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Ü-40-Lehrgang an der Landesreitschule Hoya? –

Absolut empfehlenswert!

 

Seit nunmehr 27 Jahren besuche ich regelmäßig Lehrgänge an der Landesreitschule Hoya. Von Dressurlehrgängen über Reitabzeichenlehrgängen bis hin zu Trainerlehrgängen war alles dabei. Der Ü-40 Lehrgang war einer der schönsten. Warum eigentlich? Was ist das Besondere an dieser speziellen Art Lehrgang?

Hier ein Erklärungsversuch:

Tag 1: Anreise mit Pferd wie gewohnt. Erstes Treffen auf der Stallgasse: „Hey, bist Du auch Ü-40?“ – „Klar, sieht man doch!“. Herzliches Gelächter und Begutachtung der mitgebrachten Pferde.

Mittagessen: 12 Damen und ein Herr genießen in gewohnt familiärer Atmosphäre das leckere Essen von Anette. Nach Klärung der wichtigsten Fragen (Die Frage nach dem Alter erübrigte sich …) z.B. „Wo kommst Du denn wech?“ erwarteten wir mit freudiger Erwartung die Besprechung mit dem Lehrgangsleiter Dirk Meier, um den Lehrgangsablauf für die nächsten zweieinhalb Tage zu besprechen nach dem Motto: „Alles kann, nichts muss!“. Es folgte eine amüsante Kennenlernrunde, bei der die reiterlichen Kenntnisse und individuellen Ziele der einzelnen Lehrgangsteilnehmer abgefragt wurden. Zitat: „Also ich hatte meinen letzten Reitunfall 2004 und bin froh, wenn ich in der Halle die Bande treffe!“ – Schallendes Gelächter und die Gewissheit : Tolle Truppe!

Wer jetzt den Eindruck bekommt, bei diesem Lehrgang handelte es sich um eine lockere Freizeittruppe, die bei gemächlichen Schritt- und Trabrunden ein - Schwätzchen hält, der irrt gewaltig. Es wurde genauso konzentriert und kontinuierlich mit dem Pferd - ob mit eigenem Pferd oder mit Schulpferd – gearbeitet, so wie auf jedem anderen Lehrgang auch getreu des Hoyaraner Mottos: „Jeder wird dort abgeholt, wo er steht!“. Während sich der eine mit dem Galoppieren vertraut machte, verfeinerte der nächste seine Piaffe. Wer sich auf dem Springplatz probieren wollte, bekam auch dazu die Gelegenheit.

Getragen wurden diese zweieinhalb Tage sicherlich von dem höheren Altersdurchschnitt – der Älteste war einundsiebzig, chapeau! - , von der Vielfalt der der mitgebrachten Pferde – von Tinker bis zum Iren war alles dabei - , von dem fairen und respektvollen Umgang der Lehrgangsteilnehmer untereinander und gegenüber ihrer Pferden sowie der ehrlichen Selbsteinschätzung der Teilnehmer selbst bezüglich ihres reiterlichen Könnens.

Eingerahmt wurden die Reiteinheiten durch ein zwangloses Beisammensein am Abend bzw. durch gemeinsames Grillen am zweiten Abend, bei dem es sich Dirk Meier nicht nehmen ließ, die Rolle des Grillmeisters zu übernehmen. Vielen lieben Dank noch mal dafür!

Fazit: Wer in ungezwungener und familiärer Atmosphäre seine reiterlichen Fähigkeiten bzw. seine Zusammenarbeit mit seinem eigenen Pferd verbessern möchte, ist auf einem Ü-40-Lehrgang absolut gut aufgehoben. Vorausgesetzt natürlich man ist über vierzig … .

Text: K. Stratmann

Bilder: B. Meyer




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